Wernher von Braun


Niedergefahren zur Hölle - Aufgefahren zum Himmel


Wernher von Braun und die Produktion der V2-Raketen im Konzentrationslager Mittelbau-Dora




Technik & Ethik
Entwicklung und Produktion der V2-Rakete im Zweiten Weltkrieg


Das EXPO-Thema "Mensch - Natur - Technik" wirft auch die Frage nach der Verantwortung in der technologischen Forschung auf. Wernher von Braun gilt vielen als großer Wissenschaftler und Visionär, sein Name steht für die Eroberung des Weltraums durch den Menschen. Er verkörpert aber auch ein anderes Phänomen des 20. Jahrhunderts: das Bündnis von Wissenschaft und Diktatur, die moderne Technik im Dienst des Nationalsozialismus. Für die Entwicklung und Produktion der V2-Raketen im Zweiten Weltkrieg war er mitverantwortlich. Für die Massenfertigung der "V 2" (Vergeltungswaffe) und anderer militärischer Produktionen wurden bis 1945 in den Stollen des Kohnsteins (Südharz) 60.000 KZ-Häftlinge aus über 40 Nationen eingesetzt. In den ersten Monaten arbeiteten und schliefen sie in den Kammern unter der Erde - in Enge, Lärm, Staub und Gestank, in Dunkelheit, Nässe und Kälte. Erst im Frühjahr 1944 wurden sie in das oberirdische Barackenlager verlegt. Über 20.000 Häftlinge starben in der "Hölle von Dora". Die befreiten KZ-Häftlinge leiden bis heute physisch und psychisch an den Folgen ihrer Haft. Nach dem Kriegsende konnten die Raketentechniker ihre Karriere in der Weltraumforschung in den USA bzw. der UdSSR ungebrochen fortsetzen. Mit dieser Thematik beschäftigten sich Schüler des Projektkurses "Spurensuche" der KGS Stuhr-Brinkum (EXPO-Schule) und des Herder-Gymnasiums aus Nordhausen auf drei Workshops in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, die ebenfalls externes EXPO-Projekt ist. Sie erarbeiteten eine szenische Lesung, in deren Mittelpunkt Wernher von Braun steht. Seinen Zeugenaussagen in zwei Prozessen von 1947 und 1969, in denen er über seine Besuche in Mittelbau-Dora berichtet, stellten die SchülerInnen Häftlingsberichte gegenüber.

Szenen:
  • Mondlandung - Vom Raketenauto zum A4
  • Professur für Wernher von Braun - KZ für Peenemünde
  • Erinnerungen des Wernher von Braun - Zeugnisse Überlebender
  • Karriere für die Wissenschaftler - Todesmärsche für die Häftlinge
  • Kalte Krieg um die Eroberung des Weltraums - Militärischen Träume des Wernher von Brauns

  • Die von den Jugendlichen erarbeitete szenische Lesung über Wernher von Braun wurde im Juni 2000 in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora anlässlich des internationalen Jugendforums "Gedenken braucht Wissen" uraufgeführt und auf dem EXPO-Gelände in Hannover sowie am 31. August in Bergen-Belsen gezeigt. Die Texte mit einer Dokumentation werden im Donat-Verlag in Bremen erscheinen. Während des internationalen Jugendcamps und der Europa-Woche der EXPO-Schule finden folgende öffentliche Veranstaltungen in Stuhr statt (siehe Veranstaltungen und Aktuelles).




    Projektkurs Spurensuche
    - Ilse Henneberg -

    Kooperative Gesamtschule (KGS) Stuhr-Brinkum
    Brunnenweg 2, 28816 Stuhr
    Telefon: 0421-809690    Fax: 0421-80969114
    e-mail: il.henneberg@t-online.de